Besondere Menschen machen besonderen Tee

29. Mai 2013     2 Kommentare

  , , ,

Es passiert nicht jeden Tag, dass ein neues Teegebiet entsteht. Wenn man dabei noch als Geburtshelfer eine Rolle spielt, bringt ein solches Kind besondere Freude hervor. Ein kleiner Reisebericht zu „DEMMERS TEEHAUS – ANNAPURNA PROJEKT“ von Andrew und Georg Demmer.

Nepal liegt in weiten Teilen in der gleichen Region wie das bekannte Teeanbaugebiet Darjeeling in Nordindien. Also optimale Bedingungen, um Spitzentees zu produzieren! Erst seit ca. 1985 wird der Teeanbau in Ost-Nepal ernsthaft betrieben und die Qualität steigt kontinuierlich. Unsere Reise ging nach West-Nepal, einem wesentlich jüngeren Teeanbaugebiet.

Lwang

Direkt am Fuße des Himalayas im Annapurna-Massiv liegt das kleine Dorf „Lwang“ auf rund 1.500m Höhe in der Nähe zu 7.000m hohen Bergen. Die gesamte Region ist ein Naturschutzgebiet, das vom staatlichen „Annapurna Conservation Area Project“ betreut wird. Im Dorf lebt eine kleine Gemeinde vom Volk der „Gurung“, die sich mit Landwirtschaft, etwas Handwerk und einfachen „Home Stay“ Unterkünften eine Lebensgrundlage geschaffen hat (Verwandte in der Stadt und im Ausland steuern zusätzlich zu den Lebenskosten bei). Große Erwartungen setzt der Bürgermeister Hit Kaji Gurung auf die neue Teefabrik, die in dieser Saison zum ersten Mal durchgehend produzieren wird können. Die dortige Kleinbauern Kooperative „Annapurna Tea Producer Cooperativ“ besteht aus 16 Familien, die rund um das Dorf vor erst sieben Jahren mit dem Anpflanzen von Tee begonnen haben (geerntet wird regelmäßig seit zwei Jahren). Die Büsche gedeihen auf einer recht kleinen Fläche in völlig unberührter Natur unter günstigen Klimabedingungen, prächtig. Gedüngt wird ausschließlich mit Kuhdung; der Boden wird zwischen den Büschen gemulcht – also Tee aus (noch „unkontrolliertem“) biologischem Anbau! Seit April sprießen wunderbare Blätter auf den jungen Teebüschen, die laufend gepflückt werden – natürlich nur „two leaves and the bud“. Die Verarbeitung war bis jetzt immer problematisch, da die Stromversorgung in ganz Nepal, besonders in der Trockenzeit, oft unterbrochen wird. Die mühsam gepflückten Teeblätter sind meist verdorben, da die Maschinen nicht betrieben werden konnten. Daher haben wir uns entschlossen, diesen fleißigen, hart arbeitenden Menschen durch die Finanzierung eines Stromgenerators zu helfen.

Teegarten-Lwang

Bei unserem Besuch in Lwang im April 2013 war der Generator die erste Woche in Betrieb und es wurde der dritte Tag First Flush geerntet. Wir waren nicht nur von der Herzlichkeit und fürsorglichen Gastlichkeit im Dorf beeindruckt, sondern auch von der einfachen kleinen Teefabrik, in der Teamaster Iman Gurung um die 10kg am Tag verarbeitet. Nicht nur der neue Generator, auch unsere Garantie einen Großteil der gesamten Tee Ernte zu fairen Preisen regelmäßig zu kaufen, hilft den Teebauern längerfristig, um in den kommenden Jahren Geld für weitere Investitionen in den Tee, als auch in das Gemeinwesen, anzusparen. In jedem Fall werden wir versuchen, diese wunderbare Region langfristig zu fördern und die Bevölkerung mit kleinen „Bausteinen“, wie beispielsweise Solaranlagen, zu unterstützen.

AD-im-Teegarten-Lwang

Andrew Demmer mit Organisatorin des Annapurna Conservation Area Project im Teegarten.

Wir werden Sie laufend über unser Lwang Projekt im Annapurna Gebiet informieren. Unterstützen auch Sie dieses Projekt mit dem Kauf dieser Tees!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 Kommentare zu Besondere Menschen machen besonderen Tee

  • Karl Heinz Schaub schrieb: (22. Februar 2016)

    Guten Tag aus Wilhelmshaven (Germany),
    Tee aus Nepal? Bevölkerung wird wirkungsvoll unterstützt? Das finde ich richtig toll.
    Ein Freund von mir – Nepalese- kommt aus der Gegend von Lwang und wohnt seit 14 Jahren in Deutschland. Im Juli besucht er seine Familie in Nepal.
    Unterstützen Sie/Ihre Firma Lwang noch?
    Haben Sie weitere Infos über Ihr Projekt?
    Für eine kurze Antwort danken wir Ihnen………………
    Chhabi Lal Dahal und Karl Heinz Schaub
    aus Wilhelmshaven

    • nadja.fanari schrieb: (29. Februar 2016)

      Lieber Karl Heinz! Schön, dass Sie sich für das Projekt interessieren. Das Projekt gibt es immer noch und wir haben auch vor, es in Zukunft weiterzuführen. Nähere Informationen dazu gibt es auch auf unserer Website (unter: https://www.tee.at/tee-magazin/annapurna-teeprojekt/), aber vielen Dank für die Anregung, wir könnten wieder einmal einen Beitrag im Teeblog verfassen! Die derzeitige Unterstützung ist die 100%ige Teeabnahme. Es gibt derzeit einige Tees aus Annapurna in unserem Sortiment, die ausschließlich aus dem Projekt stammen. Für die Zukunft ist geplant, dass wir vor Ort eine bessere Unterstützung in Form von Schulungen bieten oder in Form eines Teemanagers, der die Bauern für einen längeren Zeitraum begleitet. Liebe Grüße, Nadja vom Demmer Online Team.