Das älteste Getränk der Menschheit

18. September 2014     noch kein Kommentar

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Nein, das wird jetzt kein Beitrag über Bier oder Wein. Es geht um Grünen Tee, der ist noch älter als die Braukunst oder der Weinbau! Bereits seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. wurde in China die Teepflanze angebaut und der daraus gewonnene Grüne Tee genossen. Daraus hat sich auch die chinesische Teekultur herausgebildet, die als die älteste der Welt gilt. Erst einige hundert Jahre später wurde der Grüne Tee von buddhistischen Mönchen von China nach Japan geschmuggelt, da das Getränk als verjüngend galt und dies natürlich nur dem Kaiser oder Adeligen vorbehalten war. Im 17. Jahrhundert sind die Teeblätter dann endlich nach Europa gelangt und erst in den 1970er Jahren auch in Österreich in Mode gekommen.

Die Verarbeitung der Teeblätter ist aber von jeher gleich, nach dem Pflücken werden sie zum Welken aufgelegt, danach kurz erhitzt und dann gerollt. Im Erhitzen liegt auch der Unterschied zwischen Japanischem und Chinesischem Grünen Tee. Denn in China werden die Blätter traditionell in großen Pfannen geröstet, in Japan hingegen über Heißluft gedämpft. Beide Varianten führen aber dazu, dass die Fermentation unterbrochen wird und die grüne Farbe, die gesamten Inhaltsstoffe des frischen Blattes und die charakteristischen Aromastoffe bewahrt werden. Um das Blatt geschmeidig und den Weg der Inhaltsstoffe in die Tasse frei zu machen, werden die Blätter gerollt. Den Unterschied der beiden Verarbeitungsvarianten – rösten oder dämpfen – macht sich dann in der Tasse bemerkbar. Chinesische Tees können einen herb-süßen bis blumigen Geschmack ausbilden, japanische Grüntees sind eher frisch, grasig und mild.

Verarbeitung-von-Gruenem-Tee

Ursprünglich wurden die Teeblätter in Ziegel gepresst, um sie besser transportieren zu können. Daraus entwickelte sich später die Pulverisierung, wie wir sie heute nur noch von Matcha Tee kennen. Die Blätter werden dabei in einer aufwendigen Prozedur in Steinmühlen zu feinstem Pulver vermahlen. Wenn man also besonders darauf bedacht ist, die positiven Inhaltsstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe, Zink, Kalzium, Magnesium, Antioxidantien, … und natürlich reichlich Koffein, des Grünen Tees zu sich zu nehmen, ist Matcha besonders zu empfehlen, da man hier das ganze Blatt und nicht nur einen Auszug trinkt.

Für den einzigartigen Geschmack von Grünem Tee sind vorrangig die in den Blättern enthaltenen Aminosäuren, allen voran das Theanin, zuständig. Der Gehalt kann gezielt beim Anbau erhöht werden – wie in Japan üblich, werden die Teepflanzen ca. 4-6 Wochen vor der Ernte mit Planen beschatten, wodurch sich der Gehalt an Polyphenolen/Aminosäuren erhöht (das ist dann ein sogenannter Schattentee, z.B. Gyokuro).

Gruentee-Sorten

Bei Grünem Tee ist die Zubereitung besonders wichtig! In Fernost ist es üblich, die Teeblätter in der Kanne zu belassen und immer wieder heißes Wasser nachzugießen, damit wird der Tee aber nach einiger Zeit sehr bitter, da sich die Catechine (Bitterstoffe) und Tannine (Gerbstoffe) lösen. Um für “unseren” Geschmack den Tee bestmöglich aufzugießen, empfehlen wir:

Möglichst weiches, 60°– 80°C heißes Wasser, 2 Minuten Ziehzeit.

Das tolle an Grünem Tee ist die unglaubliche Sorten- und Geschmacksvielfalt! Keine Sorte gleicht der anderen und die unterschiedlichen Geschmacksnuancen sind deutlich heraus zu schmecken! Am besten einfach selbst ausprobieren!

Tipp zur Zubereitung: besonders gerollter Grüner Tee kann mehrmals aufgegossen werden, da sich die Teeblätter erst langsam ausbreiten und daher bleibt noch ausreichend Aroma für den 2. oder sogar 3. Aufguss über!

Mein ganz persönlicher Lieblingstee: Genmaicha - das ist Grüner Tee aus Japan, gemischt mit gerösteten Reiskörnern! Der schmeckt wunderbar, ein bisschen herb, geröstet, ein bisschen süßlich und riecht nach frischem Pop-Corn. Ein Genuss für jeden Tag!


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