Fairtrade

19. April 2008     noch kein Kommentar

Viele Kunden fragen uns nach fairtrade Tee. Warum haben Sie nicht mehr davon? Warum haben Sie nur 3 fairtrade Tees in ihrem Sortiment? Diese Frage lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Das fairtrade Sigel wurde in der Kaffeproduction gegründet. Nachdem der Kaffeanbau in die Ursprungsländer des Kaffee in sozalen und gesellschaftspolitischen Gesichtpunkten völlig andere Veraussetzungen aufweisen, hat fairtrade in dieser Brache eine fulminaten Verbesserungen des Preis-Lohn niveus hervorgebracht. Teeproduktion hat wenig damit zu tun. Mehr dazu später.

Fairtrade wird traditionnell im Kaufverhalten der Kunden im Angelsächsichen und Französischen Raum populär und ist, im Gegensatz zu dem deutschsprachigen Teil Europas, nocht mehr aus engl. und französischen Supermärkten wegzudenken. Wenn der Druck der Kunden nach diesem Logo auch bei uns größer wird, wird man wohl nicht daran vorbei kommen, noch intensiver mit der organisation fairtrade im Ursprung zusammen zu arbeiten um den Wünschen gerecht zu werden. Tatsächlich wird dieser Prozess sehr schwierig werden, nachdem der Konsument nicht nur mehr für sein produkt zahlen muss, man nicht von einem tag auf den anderen einen tee garten davon überzeugen kann gewisse standards umzusetzen und ausserdem, dies ist das entscheidende kriterium der ganzen disskussion, erfüllen sehr viele teegärten (vorwiegend in Indien und Sri Lanka) viele soziale zusatz Leistungen für ihre angestellten und wüssten nicht, wie sie das zweckgebundene geld vernüftug einsetzen könnten. Diese zusätzlichen leistungen reichen von unterkunft, subventionierte lebensmittel, schulbildung, infrastruktur, medizinische versorgung, usw. bis natürlich zu gratis tee. Den meisten Menschen in den gärten geht es weit aus besser als dem indischen durchschnitt, in dessen vergleich sie fast im wohlstand leben. In China ist dies etwas anderes. Dort gibt es geschätzt etwa 40 bis 50 Millionen Teebauern, die in Kleinstgärten wirtschten, und ihren Tee in Sammelfabriken abliefern. Dies scheint für fairtrade ein beinahe unüberschaubare aufgabe, wobei ich damit nicht sagen will, das es diesen bauern prinzipiell schlecht geht. Jedoch der Gesamtbevölkerung in China ist sehr kritisch zu sehen.

Im Teehandel und bei uns funktioniert fairer Handel etwas anderes. Wir bevorzugen z.B. uns bekannte Teegärten, auf denen die sozialen Strukturen stimmen. Außerdem versuchen wir nicht nur einen fairen preis zu zahlen, sondern gern auch mal einen höheren, wenn wir damit sicher sein können, das der garten mit diesem geld gut geführt wird und im darauf folgenden jahr wieder die gleiche oder eine bessere Tee Qualität produzieren kann.


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