Tee Safari durch Tansania

22. August 2013     3 Kommentare

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SAFARI BEDEUTET AUF SWAHILI „REISE“. GEORG DEMMER WAR IM MÄRZ 2013 IN TANSANIA AUF DER SUCHE NACH TEE ABSEITS DER TEEBEUTEL MULTIS.

Abwarten und Tee trinken – Zeit in Tansania zu investieren wird belohnt. Es dauert jedoch vermutlich Monate, sich auf das dortige Zeitverständnis einzulassen. Das Leben in Tansania ist eben relativ – denn die Vereinigte Republik Tansania gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Es beginnt mit einem zu 180° gedrehtem Ziffernblatt (der Tag beginnt um 6 Uhr, 12 Mittags ist somit 6 Uhr), geht weiter zu der völligen Unterschätzung von Dauer (10 Minuten können auch 40 bedeuten) und endet bei der herrlichen Gelassenheit gegenüber dem Tag an sich. Das lernen wir doch auch bei einer guten Tasse Tee!

 

Mit indischem Chai im chinesischen Zug durch die afrikanische Savanne – der Weg ist das Ziel. In unserem Fall war es der Tee. Der Weg wurde mit dem berühmten Tazara Train bewältigt. Eine charmant veraltete Zugstrecke die in den 1970er von der Volksrepublik China spendiert wurde. Bemerkenswert nicht nur die Langsamkeit, auch die kommunistische Architektur der Stationen in dieser afrikanischen Landschaft. Serviert wird Masala Chai, durch die Fenster kauft man Proviant. Andere hatten Glück und konnten auf der Strecke durch den „Mikumi National Park“ sogar exotische Tiere beobachten. Von der Hauptstadt Dar es Salam waren es nur 36 Stunden bis in die grünen Stadt „Mbeya“. Aber mit Zeit umzugehen, lernen wir gerade!

Tansania-Teegarten

Warm angezogen, heißer Tee am Kamin – im hochgelegenen, grün-verregneten Mbeya angekommen, mussten wir noch ein paar Stunden durch verschlammte Bergstraßen wandern und schon waren wir da. Nass und erfroren in einem Meer aus Teebäumen soweit das Auge reicht. Wunderbar! Empfangen von dem jungen Teegarten-Manager Brian und seiner Familie. Wir waren zu Gast bei Freunden in den Yorkshire Dales, zumindest fühlte es sich einen Augenblick so an. Und hörten den Teebäumen beim Wachsen zu, während im Kamin ein Feuer knisterte. Auch das kann Tansania!

Orthodox, biologisch, fair und viele Kräuter – alles was man glaubt in der afrikanischen Teeproduktion zu vermissen, findet man am Luponde Estate! Der Teegarten inmitten der Livingstonia Mountains auf rund 2000 Höhenmeter umfasst heute ein Gebiet von über 2000 Hektar (wobei nicht überall Tee angebaut wird). Luponde ist mit Sicherheit ein Vorzeigeprojekt. Im Jahr 2000 wurde die Fabrik neu gebaut und alsbald übernahm auch der junge, in London ausgebildete und in Kenia aufgewachsene Brian und schlug eine neue Richtung in der Landwirtschaft ein. Alles was er über Tee weiß, hat er von Mr. Mwasa gelernt, der mit seiner Bestellung zum Verkaufsleiter befördert wurde. Als erster Teegarten in ganz Afrika hat Luponde (Mufindi) seine Produktion auf Bio umgestellt und ist überdies bereits seit dem Jahre 1994 Fairtrade zertifiziert und Mitglied bei Ethnical Tea Producers. Seit ein paar Jahren experimentiert Brian mit allerlei Kräutern und Gewürzen.

Tansania-Verkostung

Deutscher Kolonial-Tee – Von 1885 bis 1918 gehörte Tansania zu der deutschen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“. Im Jahre 1902 wurde dort zum ersten Mal Tee angebaut. Heute ist Tee das fünft wichtigste Exportgut mit etwa 35.000 Tonnen pro Jahr. Die wichtigsten Teeanbauregionen liegen im Süden (Mufundi, Njome, Rungwe). Die gesamte Region ist eine Mischung aus großen Produzenten und kleinen Teebauern. Generell ist die Situation in Bezug auf Qualität, Ertrag und Marktpreis jedoch weit hinter dem Nachbarn Kenia. Speziell die mangelnde Infrastruktur, wie Straßen und Energieversorgung sowie Bürokratie und Korruption verhindern die Entwicklung der Tee-Industrie. Viele staatliche Organisationen, NGOs und Investoren arbeiten an einer Weiterentwicklung, die jedoch einen positiven Trend zeigt. Es wird immer mehr Tee produziert und zu einem höheren Preis verkauft.

Tansania-Tassen


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3 Kommentare zu Tee Safari durch Tansania

  • Nima schrieb: (10. September 2013)

    Sehr schöner und interessanter Beitrag, vielen Dank

    LG Nima

  • Dennis schrieb: (28. Oktober 2013)

    Sehr schön geschriebener Artikel…

    …der die Bilder im Kopf nur so sprießen lässt. Man bekommt sofort Lust in die Gebiete zu reisen und sich selbst ein Bild von den Teegärten zu machen. Mehr davon 🙂

  • Brigitte schrieb: (17. November 2013)

    Eine Reise, die alle Sinne anspricht!

    Herrlich! Eine Reise für das Auge: atemberaubend Landschaft mit vielen Teebäumen; für die Nase: schnuppern von viele aromatischen Teesorten; für die Seele: zu Gast bei Freunden; für den Geist: sicherlich viel Neues dazugelernt. So muss eine Reise sein! Nehmen Sie mich das nächste Mal mit? 🙂


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